Beim ÖPAV-Netzwerktreffen am 15. Oktober, das erstmals als Business Breakfast stattgefunden hat, diskutierten Heidi Glück (media + public affairs consulting GmbH) und Josef Kalina (unique relations GmbH) mit ÖPAV-Vizepräsidentin Sophie-Marie Wollner als Moderatorin darüber, wie sich die österreichische Politik entwickelt und wie aktuelle Trends einzuschätzen sind:
In Vorarlberg hat sich gerade die Schwarz-Grüne-Koalition zusammengefunden, das Wahljahr 2014 geht damit zu Ende. Aber 2015 steht uns ein „Superwahljahr“ bevor: konkret werden 11 Wahlen zu schlagen sein.
Was bedeuten die vielen zu erwartenden Wahlkämpfe bzw der (mediale) Dauerwahlkampf für die politisch-legislative Arbeit und Entscheidungsfindung? Welche Auswirkungen wird das auch auf die Arbeit der Public-Affairs-Branche haben? Immer wieder wurde schon die Einführung eines „Superwahltags“ gefordert; wäre das eine sinnvolle Alternative – und braucht es das überhaupt?
Viele Wahlkämpfe bedeuten viele Kampagnen und vielleicht weniger legislative Entscheidungen, sie können aber auch bedeuten, dass die Politik wachsamer ist für unterschiedliche Interessen und Argumente. Konkret für 2015 waren sich unsere Diskutant_innen einig, dass es auf Grund der lokalen Schwerpunkte für die Bürger_innen keine Überschneidungen gibt. Zu bewerten wird sein, wie die Bundesparteien auf Befindlichkeiten der Landesparteien Rücksicht nehmen (müssen).
Abseits der Wahlbewegungen erörterten die knapp 30 anwesenden Mitglieder der ÖPAV, wie zukünftige Regierungskonstellationen aussehen könnten: die Grünen sind mittlerweile an sechs Koalitionen beteiligt. Plakativ gefragt: Muss sich die Große Koalition Sorgen machen? Zukünftige Regierungen werden wohl einen dritten Partner benötigen, denn die Zeit der großen Mehrheiten ist vorbei: Und mit NEOS wurde das Angebot nun auch für Wähler_innen erweitert, die die FPÖ als Protestpartei nicht unterstützen.
Einig waren sich unsere Expert_innen, dass es Mut zu großen Würfen der Regierung brauchen wird, sei es im Bereich der Bildung oder der Steuerreform. Glück und Kalina bestätigten einander auch in der Prognose, dass die aktuelle Regierung aus heutiger Sicht bis 2018 durchhalten wird, gestärkt vor allem durch die Personalrochaden der ÖVP.

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